Aus für queere Bildungsarbeit in Leipzig, Landkreis Leipzig & Nordsachsen 

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Seit Beginn des Jahres 2024 wird der Verein RosaLinde e.V., der in Leipzig und Nordsachsen queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit anbietet, für diese Arbeit nicht mehr gefördert. Damit ist eine Fortführung von Bildungsveranstaltungen mit Schüler_innen, Lehrkräftefortbildungen und der Betreuung von Antidiskriminierungsmaßnahmen an Schulen nicht mehr möglich. Als Bundesverband stellen wir uns hinter die wichtige Arbeit unseres Mitglieds und fordern: Queere Bildung muss erhalten bleiben!  

Noch im vergangenen Jahr hatten wir darüber berichtet, wie das Projekt Schule der Vielfalt in Sachsen angefeindet und für den Wahlkampf der AfD instrumentalisiert wurde. „Politiker_innen aller demokratischen Parteien betonen aus aktuellen Anlässen gerne, wie wichtig der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte sind,“ so Kira Splitt, Vorständin des Bundesverbands Queere Bildung. „Dieser essenziellen Antidiskriminierungsarbeit jetzt die Mittel zu kürzen, ist ein Einknicken vor rechtspopulistischer Hetze.“ 

Der RosaLinde e.V. leistet seit ca. 30 Jahren Antidiskriminierungsarbeit im Bereich sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt. 2014 gehört der Verein zu den Gründungsmitgliedern des Bundesverbands Queere Bildung. Auch seitdem hat RosaLinde den Einsatz für Akzeptanz und Antidiskriminierung auf der Bundesebene maßgeblich mit vorangebracht: durch Mitwirkung im Vorstand und an den Qualitätsstandards des Bundesverbands und durch Konzipierung der Grundqualifizierung für Multiplikator_innen, die seit einigen Jahren auf der Bundesebene angeboten wird.  

Antidiskriminierungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein unverzichtbarer Baustein von Bildung. Junge Menschen lernen durch sie Demokratiebewusstsein und Zivilcourage, Vorurteile und Diskriminierung werden nachweislich abgebaut. „Gleichzeitig müssen Schulen zu einem Ort werden, an dem alle Schüler_innen angstfrei lernen können,“ so Franziska Fahl, Vorständin des Bundesverbands Queere Bildung. Denn bisher gehört Schule zu den Orten, an denen junge queere Menschen am deutlichsten Diskriminierung erfahren. Ca. 50% geben in Umfragen an, im schulischen Umfeld Diskriminierung und Mobbing zu erleben. „Von gleichberechtigter Teilhabe an Bildung kann unter diesen Voraussetzungen nicht die Rede sein,“ so Fahl. Wichtig sei es darum auch, Lehrkräfte zu sensibilisieren sowie AGs und Projekte zu begleiten, die die Akzeptanz und Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten an Schulen stärken.  

Mit ihren Angeboten für Schüler_innen und der Arbeit im Netzwerk Schule der Vielfalt konnte RosaLinde e.V. all diese Aspekte abdecken – nicht nur für die Stadt Leipzig, sondern auch für die Landkreise Leipzig und Nordsachsen. Das Aus der Förderung beutet nicht nur ein Ende dieser Arbeit, sondern könnte für die bisher durch die RosaLinde begleiteten Schulen der Vielfalt einen Austritt aus dem Netzwerk mit sich bringen. Als Bundesverband appellieren wir an alle Förderinstitutionen: Lassen Sie nicht zu, dass Hass und Diskriminierung die Oberhand bekommen! Fördern Sie queere Bildungsarbeit und sichern Sie diesen Einsatz für Menschenrechte und Demokratie!  

Wir verweisen weiter auf die Pressmitteilung des RosaLinde e.V.:  https://www.rosalinde-leipzig.de/de/projekte/schulprojekt/  

Mehr über das Netzwerk Schule der Vielfalt: https://schule-der-vielfalt.org/  

Mehr über den Bundesverband Queere Bildung: https://queere-bildung.de/ueber-uns/der-bundesverband/   

Kontakt 

Rebecca Knecht 
Vorstand 
rebecca.knecht@queere-bildung.de